Die Norwegenzeit aus heutiger Sicht

Als ich eben noch einmal ein altes Norwegentagebuch zur Hand nahm, erstaunte mich, welchen Gefilden ich da eigentlich mehr oder weniger bewusst begegnete. So las ich heute einen Auszug aus 2011: …plötzlich frage ich mich, ob ich vielleicht das Drumming und Lesen nur als Ablenkung vor dem eigentlichen Leben, was immer jenes auch sein mag, ausübe.

Das eigentliche Leben. Es war und ist die ganze Zeit um mich, natürlich war es auch so in Norwegen gewesen. Doch wollte ich es sehen? Wollte ich es so annehmen, wie es ist? Ich musste es, äußerlich, und natürlich gab es Zeiten wo ich alles nur so voll Freude aufsog. Zu anderen Zeiten kämpfte ich manchmal innerlich dagegen an. Ist es nicht absurd, gegen das zu sein, was ist? Obwohl es real nichts anderes gibt, als das, was ist?

Ernüchterung und Leere geschah durch Norwegen, darin war es ein großer Lehrmeister. Norwegen brachte den Tod von Vorstellungen, schenkte aber gleichzeitig ganz neue Freuden und führte mich in ungeahnte Tiefen. Die Qualität von Rückzug und Rückbesinnung, sie taucht jetzt wieder in dieser Zeit der Quarantäne auf. Und auch hier wird es wieder neue Qualitäten, neue Chancen geben, die durch diese Zeit auftauchen dürfen – wenn wir uns auf sie einlassen. Das wünsche ich allen Menschen in dieser Zeit! Ernüchterung als Weg zur stillen Freude.

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