Rezensionen

Ein tiefer Blick hinter die gewaltigen
Kulissen von Norwegen
 

Gefühlsbetont, offen, ehrlich,schön und traurig zugleich

Kira & Holger

Wer da glaubt im Erzgebirge gibt es nur verträumte Täler, schöne Tannenwalder, manchmal Schnee, verknöcherte Löffelschnitzer und Pyramidendreher und als kulturellen Höhepunkt vielleicht den Holzmichel, der irrt gewaltig. Denn, ein junger Mann aus diesem Erzgebirge macht sich auf, um die Welt zu erobern.
Und er lässt mich an seinem Abenteuer teilhaben.
Also nix da mit Reisebus ans Nordkap und dann rumposaunen: „Ich war in Norwegen!“
Oder zu Fischen in die Fjorde und dann verträumt schwärmen: „Eine traumhafte Landschaft“.
Nee, nee, …
Und wenn die Indianer sagen: „Man Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist „, so hat Ben ein anderthalb Jahr lang eben in Gummistiefeln das Land kennen gelernt, auf einem einfachen Bauernhof gelebt und gearbeitet. 
Um es zu „er-Leben“.
Eine eigene Welt, die er mit einem für mich persönlich treffenden und bleibenden Wort charakterisiert hat: Unvernunft.

Da ist alles anders, so scheint es mir: größer, reicher, ärmer, schöner, primitiver, ehrlicher, selbstverständlicher, komplizierter, verworrener, direkter, gnadenloser und fast nicht mehr mit der uns gewohnten Zivilisation zu vergleichen.Und das lese ich aus diesem Büchlein heraus.

Und das was ihn antreibt und so lange dort bleiben lässt ist ansteckend: Neugierde und pure Lebensfreude. Beischeidenheit und der Griff nach  den Sternen. Ausgelassenheit. Zärtliches verlieben und schmerzliche Trennung.  Verantwortung gegenüber den Menschen und der Natur. Eine grenzenlose und ansteckende Liebe zu den Tieren. Selbstfindung unter Lachen und Tränen …

Und das alles in einer erfrischenden jugendlichen Art, die mir Hoffnung gibt, dass dieser momentanen gnadenlosen  Verwahrlosung  unserer Kultur Einhalt geboten werden kann.

Ja klar hab ich das Buch am Stück gelesen! Und ich hab mich köstlich amüsiert. Und hab mich dabei oft an seiner Seite gesehen.
Und dann kommt er wieder zurück von seiner Weltreise zu sich selbst. Zurück ins Erzgebirge …

Und du weißt doch auch, was der ehrenwerte erzgebirgische Volksdichter Anton Günther gesagt hat:
In Winter weiß, in Sommer grie.
O Arzgebirg, wie bis de schie.“

Un nu?
Nu su kimmt där arzgebirgsche  gunge Maa hald zärigg un schreibt e Buch …
Weil alles raus muss aus sein Bauch …
Un dos käffts de mol schie.
Weils raus muss aus den Buch-Lodn.
Un  schegst dös ze Weihnachtn ä paare Leidn, denne de ä Freid mochn mächst.

Glick auf!

Jürgen Baumann

‚Norwegen in Gummistiefeln‘ hält, was sein treffender Titel verspricht. „Bleibt schön neugierig!“, scheint der talentierte Autor seine Leser zwischen den Zeilen jeder Seite aufzufordern.

Ein junger Mann fasst den Entschluss, nach Norwegen zu gehen und macht sich ohne große Zweifel auf den Weg. Ben lässt sein geordnetes Leben, das nach erfolgreichem Abschluss der Berufsausbildung langsam in den Alltagstrott zu versinken droht, hinter sich. Mit Worten zeichnet er anschauliche Bilder, und zwar auf frische und unterhaltsame Weise: von der Landschaft, der Lebensart, häufig gewürzt mit einer Prise Humor. Jede einzelne, stets kurzweilige Seite macht Lust aufs Weiterlesen. Da sind unkomplizierte, bodenständige Menschen voller Gelassenheit, faszinierende Tiere und die Schönheit der Natur ringsumher, inklusive jeglicher Wetterkapriolen, die man sich denken kann. Ben trifft Gleichgesinnte, trägt Verantwortung, gewinnt neue Erkenntnisse und reflektiert sich oft selbst. Ein halbes Jahr wollte er bleiben.Lesen Sie selbst, was aus seinem Vorhaben geworden ist.
E. S. Lindner

Einfach Spitze das Buch von dem jungen Autor. Hautnah kann man alles erleben, wie er diese Zeit in Norwegen mit seiner Gastfamilie erlebt und gelebt hat, mit allen Herausforderungen, Gepflogenheiten, Mentalität, Sprache, kleine Mißgeschicke – all das zeichnet ihn aus. Seine Liebe zu Tieren, seine Besonnenheit und Umgangsform, auch den Frohsinn bei den Arbeiten und das sehr gute Verhältnis mit seiner Gastfamilie kann man deutlich herauslesen.

Helga Walther

Mit sehr viel Freude und Lebenslust haben Sie Ihre Erlebnisse niedergeschrieben. Man kann sich alles gut vorstellen und auch mitfühlen. Ein sehr gelungenes Buch. Natürlich weiß ich auch, dass unsere Norwegenreise damit nicht zu vergleichen ist. Aber dieser Eindruck aus Ihrem Buch hat mir sehr gefallen und ich kann es nur weiter empfehlen. Es hat sehr viel Spaß und Freude gemacht, dieses Buch zu lesen.

Jutta Lehmann